Stadtrat plant Gasausstieg bis 2040

14. Januar 2026
Die Stadt plant den schrittweisen Ausstieg aus der Gasversorgung bis 2040. Der Gasausstieg hat sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Gründe und soll sorgfältig geplant werden. Eine entsprechende Vorlage hat der Stadtrat an den Grossen Stadtrat verabschiedet.

Der Ausbau der erneuerbaren Wärmeversorgung ist in vollem Gange. Wärmeverbünde, Wärmepumpen und weitere erneuerbare Lösungen zur Versorgung mit Wärme nehmen zu. Die Anzahl der Gasanschlüsse hingegen nimmt laufend ab und das Gasnetz verliert an Wirtschaftlichkeit. Aufgrund der übergeordneten gesetzlichen Rahmenbedingungen dürfen Gasheizungen nicht mehr ohne Weiteres ersetzt werden. Als Alternativlösung zu Gas investiert SH POWER stark in den Ausbau von Wärmeverbünden, wofür die Stimmbevölkerung kürzlich einen Rahmenkredit von 110 Mio. Franken genehmigt hat. Das Aufrechterhalten von zwei sich konkurrierenden Infrastrukturen wäre auch wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Schrittweiser Ausstieg bis 2040
Der Ausstieg aus der Gasversorgung hat vielfältige Abhängigkeiten (wirtschaftlich, rechtlich, versorgungstechnisch) und muss deshalb sorgfältig geplant werden. Der Stadtrat hat deshalb eine entsprechende Vorlage an den Grossen Stadtrat verabschiedet. Mit dieser plant die Stadt den schrittweisen Ausstieg aus der Gasversorgung bis 2040. Der Gasausstieg betrifft die Gasversorgung durch SH POWER für Komfortwärme und Kochgas auf dem Gebiet der Stadt Schaffhausen.

Wärmetransformation als wichtiger Beitrag zu den Klimazielen 
Mit dem geplanten Gasausstieg leistet die Stadt Schaffhausen einen wichtigen Beitrag zu den nationalen, kantonalen und städtischen Klimazielen. Die Umstellung der fossilen Wärmeversorgung auf erneuerbare Alternativen ist eine Voraussetzung zur Erreichung des Netto-Null-Ziels. Gleichzeitig reduziert die Stadt damit die Abhängigkeit von ausländischen fossilen Brennstoffen und deren Preisschwankungen.

Frühzeitige Ankündigungen
Der Gasausstieg startet frühestens zehn Jahre nach der Ankündigung. Eigentümerschaften werden zudem jeweils mindestens drei Jahre vor der Stilllegung ihres Gasanschlusses direkt benachrichtigt. So haben sie genug Zeit, um ein passendes, zukunftsfähige Heizsystem zu planen.

Erneuerbare Alternativen stehen bereit 
Für alle Liegenschaften mit Gasanschluss wird es geeignete Alternativen geben. Je nach Standort kommen Wärmeverbünde, Erdsonden- oder Luft-Wasser-Wärmepumpen oder andere erneuerbare Technologien in Frage. Die Umstellung wird zudem mit dem Ausbau der Wärmeverbünde koordiniert. Die Stadt wird eine interaktive Karte zur Verfügung stellen, die zeigt, welche Heizsysteme an jedem Standort möglich sind.

Restwertentschädigungen vorgesehen 
Für bestehende Gasheizungen, Gasherde und Hausanschlussleitungen, die noch vor der 10-jährigen Ankündigungsfrist des Gasausstiegs installiert wurden und deren technische Lebensdauer zum Zeitpunkt der Stilllegung noch nicht erreicht ist, sind Restwertentschädigungen vorgesehen. Zudem bestehen verschiedene Förderprogramme für erneuerbare Heizsysteme. 

Versorgung mit Prozessgas für die Industrie gewährleistet 
Gewisse Prozesse in der Industrie sind auch in Zukunft zwingend auf Gas angewiesen. Dazu wird künftig ein stark reduziertes Gasnetz (das sogenannte Gaszielnetz) betrieben, das die Industrie mit Prozesswärme versorgt und die Spitzenlastabdeckung von Wärmeverbünden sicherstellt. Spätestens ab 2040 wird das Gaszielnetz vollständig mit erneuerbarem Gas betrieben.

Finanzielle Auswirkungen
Die finanziellen Auswirkungen des Gasausstiegs haben sowohl negative als auch positive Effekte (bspw. in Bezug auf Leitungserneuerungen). Aufgrund der Kosten für Stilllegungen, Restwertentschädigungen sowie der vorzeitigen Abschreibungen auf das Gasnetz steigen die Netznutzungsentgelte. Damit die Gastarife in einem moderaten Rahmen (ähnlich wie andere Heizlösungen) bleiben, sollen die Netzentgelte auf maximal 5.5 Rappen/kWh gedeckelt werden. Die Abgeltungen von SH POWER an den städtischen Haushalt werden gemäss Prognosen bei ca. 7 Mio. Franken pro Jahr stabil bleiben.

Nachhaltig und wirtschaftlich
Der Gasausstieg ist eine logische Konsequenz aktueller Entwicklungen. Angesichts der Transformation von fossilen zu erneuerbaren Wärmelösungen muss der Gasausstieg frühzeitig geplant werden. Auch bietet eine frühzeitige Planung des Gasausstiegs die Möglichkeit, diesen mit Restwertentschädigungen und Ankündigungsfristen kundengerecht zu gestalten und Unsicherheiten zu beheben, welche bei einem unkoordinierten Rückgang des Gasgeschäfts entstehen würden.

Der Gasausstieg wird nicht zu zusätzlichen Baustellen führen. Ein Rückbau einzelner Leitungen erfolgt erst, wenn eine Strasse aufgrund anderweitiger Tiefbauarbeiten ohnehin geöffnet wird.

Link zur Vorlage

Ansprechpersonen:

Peter Neukomm, Stadtpräsident
Telefon: +41 52 632 52 11
E-Mail: peter.neukomm@stsh.ch 

Daniel Preisig, Finanzreferent
Telefon: +41 52 632 52 12
E-Mail: daniel.preisig@stsh.ch 

Dr. Katrin Bernath, Baureferentin
Telefon: +41 52 632 52 13
E-Mail: katrin.bernath@stsh.ch 

Meinrad Engeler, CEO SH POWER
Telefon: +41 52 635 12 00
E-Mail: meinrad.engeler@shpower.ch