Pflästerungskonzept sorgt für harmonisches Stadtbild
Die Schaffhauser Altstadt ist ein Ort mit hoher Identifikation für Bevölkerung, Gewerbe und Besuchende. Die aktuelle Diskussion über die Pflästerung der Altstadt zeigt, welchen Stellenwert dieser einzigartige Stadtraum hat. Gerade deshalb ist es dem Stadtrat ein Anliegen, dass Veränderungen im öffentlichen Raum mit besonderer Sorgfalt geplant und umgesetzt werden.
Die Beläge in der Schaffhauser Altstadt sind über Jahrhunderte gewachsen. Entsprechend unterschiedlich sind heute Steinarten, Formate, Oberflächen und Verlegearten. Schon heute prägen sowohl rötliche als auch graue Natursteine das Bild der Altstadt. Das rötliche Erscheinungsbild der Fussgängerzone an der Vorstadt und der Vordergasse entstand erst ab den 1970er-Jahren; historisch war die Altstadt überwiegend mit grossformatigen Pflastersteinen in Reihen verlegt.
Im Hinblick auf Sanierungen und Werkleitungsarbeiten hat der Stadtrat ein Gestaltungskonzept verabschiedet und im Februar 2026 öffentlich kommuniziert. Die Ziele des Konzepts sind:
- ein einheitlicheres Gesamtbild anstelle eines «Flickwerks»,
- ein effizientes Vorgehen; die Pflästerung muss nicht in jedem Einzelfall erneut geklärt werden,
- möglichst flächendeckend hindernisfreie Beläge,
- neue Beläge erfüllen die Anforderungen bezüglich Unterhalts, Entwässerung und Klimaanpassung.
Da der bisher in der Fussgängerzone verwendete rötliche Schwarzwald-Granit nicht mehr erhältlich ist, wurden Alternativen sorgfältig geprüft. Dabei wurden insbesondere praktische und gestalterische Aspekte sowie die Hindernisfreiheit berücksichtigt. Am besten geeignet ist der Guber-Stein aus einem Steinbruch in der Innerschweiz.
Bestehende Pflastersteine werden, wo möglich, wiederverwendet. In der Praxis ist die Wiederverwendung eingeschränkt, da Steine beim Ausbau beschädigt werden oder brechen und viele ältere Beläge die heutigen Anforderungen an die Hindernisfreiheit nicht mehr erfüllen. Deshalb braucht es bei Sanierungen ergänzend neue Steine, die dauerhaft, präzise verlegbar und hindernisfrei sind. Aus diesen Gründen werden nicht mehr einsetzbare Steine der Wiederverwendung an anderen Orten zugeführt.
Das Gestaltungskonzept führt nicht zu zusätzlichen Baustellen: Die Pflästerung wird nur dort erneuert, wo die Oberfläche aufgrund von Werkleitungsarbeiten, insbesondere dem Ausbau von Wärmeverbünden, ohnehin geöffnet werden muss. Die Umsetzung erfolgt deshalb schrittweise über viele Jahre. Gleichzeitig stellt das Konzept sicher, dass diese Abschnitte nach einheitlichen Grundsätzen wiederhergestellt werden. So müssen geeignete Lösungen zur Erfüllung der vielfältigen Anforderungen nicht jedes Mal neu erarbeitet werden und ein Flickwerk wird vermieden.
Das Gestaltungskonzept entstand in einem mehrstufigen Prozess unter der Federführung der Stadtplanung. Beteiligt waren unter anderem Tiefbau Schaffhausen, Grün Schaffhausen, die Denkmalpflege, SH POWER, die Stadtpolizei sowie die Quartierentwicklung. Zusätzlich wurden externe Fachstellen und Interessenvertretungen wie Pro Infirmis, Verbände sowie Fachpersonen für hindernisfreie Architektur und Natursteinpflästerung einbezogen. Ziel war es, historische Gestaltung, Hindernisfreiheit, Praktikabilität, Nachhaltigkeit und den langfristigen Unterhalt gleichermassen zu berücksichtigen.
Ansprechperson:
Dr. Katrin Bernath, Baureferentin
Telefon: +41 52 632 52 13
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