Rechnung 2025: Positives Ergebnis trotz Einbruch bei den Unternehmenssteuern
Erstmals seit sieben Jahren verzeichnet die Stadt bei den Unternehmenssteuern einen schmerzlichen Rückgang: Die Unternehmenssteuern brechen gegenüber dem Vorjahr (116.5 Mio. Fr.) um 27.6 Mio. Franken (-24 %) ein und bleiben mit 88.9 Mio. Franken 9.6 Mio. Franken unter den Erwartungen des Budgets. Die Steuererträge der natürlichen Personen liegen mit 109.0 Mio. Franken leicht (+2.1 Mio. Fr.) über dem budgetierten Betrag.
Positives Ergebnis trotz Einbruch bei den Unternehmenssteuern
Obwohl die Steuerträge unter den Erwartungen blieben, resultiert dank Kreditunterschreitungen beim Sach- (-11.6 Mio. Fr.) und Personalaufwand (-6.0 Mio. Fr.) ein positives, operatives Ergebnis von +10.4 Mio. Franken.
Der Überschuss erlaubt die Bildung einer neuen finanzpolitischen Reserve. Der Stadtrat beantragt, 10.0 Mio. Franken einer Reserve für die Vorfinanzierung des Alterszentrums Kirchhofplatz zuzuweisen. Nach Einlage in die finanzpolitische Reserve wird ein ausgeglichenes Gesamtergebnis von +0.6 Mio. Franken ausgewiesen. Budgetiert war ein Defizit von -0.1 Mio. Franken. Das Eigenkapital steigt auf 571.3 Mio. Franken (+10.4 Mio. Fr., ohne Betriebe), wovon 240.0 Mio. Fr. (42 %) finanzpolitischen Reserven zugeordnet sind.
Finanzen im Griff: Personal- und Sachaufwand unter Budget
Dank strikter Krediteinhaltung und haushälterischem Umgang mit den Stadtfinanzen bleibt der Sachaufwand (57.4 Mio. Fr.) und der Personalaufwand (120.8 Mio. Fr.) unter dem ursprünglich budgetierten betrieblichen Aufwand
Der Sachaufwand liegt 11.6 Mio. Franken und der Personalaufwand 6.0 Mio. Franken unter Budget. Per Ende 2025 waren 30 Stellen (Vorjahr: 25) nicht besetzt. Der Personalbestand steigt im Berichtsjahr entsprechend der Budgetierung und dank der Besetzung vakanter Stellen um 69.9 auf 1’071.4 Vollzeitstellen, welche sich auf 1’629 Mitarbeitende (+33 Mitarbeitende) aufteilen. Das durchschnittliche Pensum beträgt 66 % (Vorjahr: 62 %).
Erfolgreicher Investitionskurs: Rekordinvestitionen von 85.5 Mio. Franken
Mit 85.5 Mio. Franken Nettoinvestitionen erreicht die Investitionstätigkeit 2025 einen absoluten Spitzenwert. Pro Woche investiert die Stadt aktuell mehr als 1.6 Mio. Franken. Erstmals wird mit 105 % eine Umsetzungsquote über 100 % erreicht, was bedeutet, dass sogar mehr umgesetzt wurde als geplant. Grundlagen bilden das grosse Engagement aller Mitarbeitenden und die Professionalisierung des Projektmanagements.
Von den 85.5 Mio. Franken Nettoinvestitionen entfallen 66.4 Mio. Franken auf das Verwaltungsvermögen, 2.7 Mio. Franken auf das Finanzvermögen und netto 16.4 Mio. Franken auf Darlehen. Zu den grössten Einzelinvestitionen gehörten 2025 im Hochbau das Kammgarn West (Tranche 2025: 14.2 Mio. Franken), der Neubau des Magazin Birch (4.9 Mio. Fr.), das Stadthausgeviert (4.9 Mio. Fr.) und das Schulhaus Kreuzgut (4.2 Mio. Fr.). Bei den Tiefbauten verteilen sich die insgesamt ebenfalls hohen Investitionen (18.1 Mio. Fr.) auf die Aufwertung der Bahnhofstrasse (4.1 Mio. Fr.) und die Adlerunterführung (2.2 Mio. Fr.). Bei den Darlehensvergaben entfallen 16.9 Mio. Franken auf SH POWER.
Grossprojekte in der Investitionspipeline
Unverändert hoch ist die Anzahl und das Volumen der laufenden Grossprojekten bei der Stadt und ihrer Betriebe (vbsh und SH POWER) sowie der KSS-Genossenschaft. Zu den grössten Investitionsprojekten gehören:
- Wärmeverbünde SH POWER (Darlehen 136 Mio. Fr.)
- E-Bus Stadt- & Regionalverkehr vbsh (Darlehen 56 Mio. Fr. & 32 Mio. Fr.)
- KSS-Hallenbadneubau (Gesamtkredit 80 Mio. Fr.)
- Erweiterung der Schulanlage Alpenblick (75 Mio. Fr.)
- Entwicklung des Kammgarnareals (39 Mio. Fr.)
- Aufwertung der Rheinuferpromenade (ca. 35 Mio. Fr.)
- Arealentwicklung Güterbahnhof (34 Mio. Fr.)
- Kinderzentrum Geissberg (14 Mio. Fr.)
Der Bestand an Verpflichtungskrediten (kreditrechtlicher Arbeitsvorrat) sank per Ende 2025 dem Umsetzungsfortschritt folgend auf 215.5 Mio. Franken (Vorjahr 237.3 Mio. Fr.).
Investitionsbedingte Neuverschuldung
Durch die signifikante Investitionstätigkeit und die für einmal tiefer ausgefallenen Steuererträge muss sich die Stadt 2025 signifikant neu verschulden. Der Finanzierungsfehlbetrag (inkl. Finanzvermögen) ist mit -57.6 Mio. Franken stark negativ. Die Bruttoverschuldung steigt nach Jahren des kontinuierlichen Schuldenabbaus um 42.3 Mio. Franken auf 223.3 Mio. Franken. Die lang- und kurzfristigen Schulden steigen auf 116.0 Mio. Franken. Dabei ist zu beachten, dass die Stadt auch ihre Betriebe (insbesondere vbsh und SH POWER) mit Darlehen finanziert. Der Darlehensbestand betrug per 31.12.2025 104.1 Mio. Franken. Unter Herausrechnung der Darlehen an Betriebe sinkt das Nettovermögen im Berichtsjahr um 900 Franken auf 9’087 Franken pro Einwohnerin und Einwohner.
Investitionskurs halten, Klumpenrisiko im Auge behalten
Die Unternehmenssteuererträge haben sich in den letzten Jahren zu einem signifikanten aber auch zu einem unverzichtbaren Ertragsbestandteil im städtischen Haushalt entwickelt. Weil die Unternehmenssteuern naturgemäss volatil sind und nur wenige internationale Grossunternehmen einen Grossteil des Steuersubstrates leisten, besteht ein erhebliches Klumpenrisiko. Der Einbruch der Unternehmenssteuern im Jahre 2025 führt diese reale Gefahr des Klumpenrisikos deutlich vor Augen: Die wirtschaftliche Grosswetterlage wird nicht immer so freundlich bleiben und die Stadt muss sich ernsthaft auf die Situation einstellen, dass auch wieder Zeiten kommen, in denen der Gürtel wieder enger geschnallt werden muss.
Im Hinblick auf die Zukunft muss aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage (Kriege im Iran und in der Ukraine, US-Zolltarife, Währungsschwankungen) sowie der OECD-Mindestbesteuerung weiterhin von einer äusserst volatilen Situation bei den Steuererträgen von Unternehmen ausgegangen werden.
Der Stadtrat ist mit dem Fokus auf Investitionen (mit dem primären Charakter eine Einmalausgabe) bisher gut gefahren und der «städtische Investitionskurs» geniesst in allen politischen Lagern und der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz. Investitionen in die Infrastruktur bewirken nachhaltig einen sehr grossen Nutzen für die Bevölkerung und sind wichtig für die Standortattraktivität. Zudem erhält das Schaffhauser Gewerbe damit viele Aufträge. Aus diesen Gründen hält der Stadtrat am erfolgreichen Investitionskurs fest. Er ist sich bewusst, dass die Anzahl und das Volumen der städtischen Projekte auf ein sehr hohes Niveau angewachsen sind, was in personeller und finanzieller Hinsicht eine grosse Herausforderung darstellt.
In Anbetracht dieses Risikos ist insbesondere bei neuen, wiederkehrenden Ausgaben und Steuersenkungen eine angemessene Zurückhaltung angebracht. Der Stadtrat wird im Rahmen des Budgets 2027, welches im Sommer präsentiert wird, eine aktuelle Lagebeurteilung vornehmen.
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