Berichterstattung zur Umsetzung der Klimastrategie
Mit dem aktuellen Klimabericht informiert der Stadtrat den Grossen Stadtrat über die Umsetzung der Klimastrategie sowie die Schwerpunkte für die Jahre 2026 bis 2029.
Stand der Zielerreichung: Klimaschutz
Gemäss Klimaverordnung sollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 2019 um 50 Prozent reduziert und bis spätestens 2050 Netto-Null erreicht werden. Die energiebedingten Treibhausgas-Emissionen auf dem Stadtgebiet sind von 255'000 Tonnen CO₂eq im Jahr 2019 auf 220'000 Tonnen CO₂eq im Jahr 2023 gesunken. Pro Kopf bedeutet dies eine Reduktion von rund 7.0 auf 5.7 Tonnen CO₂eq, beziehungsweise um rund 19 Prozent. Die Entwicklung verläuft je nach Sektor unterschiedlich: Weit fortgeschritten ist die Stromversorgung mit erneuerbaren Energien. Der Anteil Strom aus erneuerbaren Quellen ist im Lieferantenmix von SH POWER und EKS stark gestiegen und es wird deutlich mehr Strom mit Photovoltaikanlagen auf dem Stadtgebiet produziert.
Auch bei den stadteigenen Liegenschaften und Fahrzeugen wurden Fortschritte erzielt. Die Emissionen der Stadtverwaltung konnten seit 2019 reduziert werden. Die kommunalen Gebäude werden vermehrt mit erneuerbarer Wärme versorgt und auch der Anteil an Elektrofahrzeugen nimmt in der städtischen Fahrzeugflotte zu. Damit ist die Stadt in ihrer Vorbildfunktion auf Kurs.
Handlungsbedarf besteht insbesondere im Bereich Wärme und bei der Mobilität. Letztere verursacht mit 54 Prozent weiterhin den grössten Anteil der Emissionen. Im Wärmesektor sind erste Fortschritte sichtbar, dennoch bleibt die Wärmeversorgung mit 77 Prozent stark fossil geprägt. Der Ausbau von Wärmeverbünden und die Installation von Wärmepumpen für den Ersatz von Öl- und Gasheizungen bleiben daher von zentraler Bedeutung. Zur Reduktion von Energieverbrauch und Kosten ist die Energieeffizienz im Gebäudebestand zu verbessern.
Anpassung an den Klimawandel
Für die Anpassung an den Klimawandel stehen Hochwasserschutz, die Beschattung und Begrünung, die Vernetzung von Grünflächen und die Entsiegelung im Fokus. Als wichtige Grundlage wurden das Stadtbaumkonzept und eine Potenzialkarte für die Umsetzung von Schwammstadtmassnahmen erarbeitet. Mit dem Förderprogramm «natürlich Schaffhausen» werden auch Anreize für eine klimaangepasste Gestaltung privater Grundstücke gesetzt.
Ausblick und Schwerpunkte
Der Bericht zeigt, dass die Stadt Schaffhausen wichtige Grundlagen geschaffen und in mehreren Bereichen substanzielle Fortschritte erzielt hat. Um die Ziele der Klimaverordnung zu erreichen, sind in den kommenden Jahren jedoch weiterhin konsequente und koordinierte Anstrengungen nötig – insbesondere in den Bereichen Wärme und Mobilität sowie bei der Anpassung an den Klimawandel.
Für die Jahre 2026 bis 2029 stehen mehrere Schwerpunkte im Fokus:
- der weitere Ausbau der Wärmeverbünde,
- die Umsetzung des Energierichtplans,
- Planen und Bauen nach den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft,
- der Bau von Photovoltaikanlagen auf städtischen Liegenschaften,
- die Attraktivierung klimafreundlicher Verkehrsträger,
- klimaangepasste Freiräume und Schwammstadt-Massnahmen,
- die Förderung von Stadtbäumen sowie
- Beratungs- und Förderangebote für Private und Unternehmen.
Die Massnahmen der Klimastrategie werden überwiegend integriert in bestehende Aufgaben, Programme und Investitionen der Stadt und ihrer Betriebe umgesetzt. Ergänzend werden Verpflichtungskredite für Förderprogramme und weitere prioritäre Massnahmen jeweils gemäss den finanzrechtlichen Kompetenzen beantragt.
Eine Übersicht über die Umsetzung der Klimastrategie, die Massnahmen und einzelne Projekte liefert das Klimaportal.
Ansprechpersonen:
Dr. Katrin Bernath, Baureferentin (telefonisch erreichbar zwischen 15 und 16 Uhr)
Telefon: +41 52 632 52 13
E-Mail: katrin.bernath@stsh.ch
Sven Fitz, Leiter Stabsstelle Klima und Umwelt
Telefon: +41 52 632 52 20
E-Mail: sven.fitz@stsh.ch